
Auf dem Rückweg von Agadir in Richtung Marrakesch hatte ich mir die Strecke auf der Karte angesehen. Ich hatte mir die Strecke vorher auf der Karte angeschaut und eine ungefähre Vorstellung davon, was mich erwarten könnte.
Aber wie sich diese Hitze auf der Straße wirklich anfühlen würde, konnte ich nur erahnen. Schon am Vormittag lag eine drückende Hitze in der Luft, die sich kaum noch bewegte. Der Asphalt hatte sich aufgeheizt, und selbst der Fahrtwind brachte keine Erleichterung mehr.
An diesem Tag war ich schon gegen fünf Uhr morgens aufgebrochen. Es war noch dunkel, als ich den Campingplatz verließ.
Der Sicherheitsmann schaute mich völlig irritiert an, als ich mein Fahrrad belud und losfuhr. Für ihn schien es nicht verständlich, warum jemand mitten in der Nacht aufbrechen würde.
Für mich war es die einzige Möglichkeit, Strecke zu machen, bevor die Hitze einsetzte. Die Etappe war lang, fast 180 Kilometer bis zu dem Ort, an dem ich hoffte, am Abend ein Bett zu finden. Ob es wirklich eines geben würde, wusste ich nicht.


Also fuhr ich los. Schon am Vormittag lag eine drückende Hitze in der Luft, die sich kaum noch bewegte. Der Asphalt hatte sich aufgeheizt, und selbst der Fahrtwind brachte keine Erleichterung mehr.
Besonders deutlich wurde mir das auf einer längeren Abfahrt, auf die ich mich eigentlich gefreut hatte. Nach den Anstiegen hatte ich gehofft, dass der Fahrtwind endlich etwas Kühlung bringen würde.
Stattdessen schlug mir die Luft heiß ins Gesicht, als würde ich direkt in einen Föhn fahren. Es brannte regelrecht auf der Haut.Ich band mir schließlich ein T-Shirt um das Gesicht, einfach um mich irgendwie vor dieser Hitze zu schützen.An einer Tankstelle hielt ich an, machte mein T-Shirt und meine Haare komplett nass und trank so viel ich konnte.
Doch kaum war ich wieder unterwegs, war alles innerhalb kürzester Zeit wieder trocken. Selbst der Wind brachte keine Abkühlung mehr. Er war einfach nur heiß.
Unterwegs reichten mir Menschen aus vorbeifahrenden Autos kleine Flaschen mit kaltem Wasser aus dem Fenster. Eine unglaublich nette Geste.


Und trotzdem wusste ich, dass ich vorsichtig sein musste. Für einen Moment fühlte sich das kalte Wasser gut an – und kurz darauf wurde ich müde, fröstelte sogar, obwohl es über 40 Grad hatte. Insgesamt trank ich an diesem Tag über zehn Liter Wasser. Feste Nahrung konnte ich kaum zu mir nehmen, stattdessen griff ich zu Säften, um überhaupt noch Energie aufzunehmen.
Am Abend war ich völlig erschöpft. Auf meiner Haut und auf den feinen Härchen meiner Arme hatten sich kleine Salzkristalle gebildet.
Doch selbst in der Nacht wurde es kaum besser. Die Temperaturen sanken nur minimal, und es fiel mir schwer, wirklich zur Ruhe zu kommen. Ich lag wach, unruhig, obwohl mein Körper eigentlich völlig erschöpft war.
Und trotzdem wusste ich, dass ich am nächsten Morgen wieder früh los musste. Strecke machen, bevor die Sonne erneut alles aufheizt.
In solchen Momenten wird einem sehr klar, worauf es ankommt. Nicht darauf, die gesamte Strecke im Blick zu behalten, sondern nur den nächsten Abschnitt.
Mit dem, was gerade möglich ist. Die Hitze blieb. Aber ich hatte gelernt, anders mit ihr umzugehen.

