{"id":1233,"date":"2026-05-09T12:04:35","date_gmt":"2026-05-09T12:04:35","guid":{"rendered":"https:\/\/beyond-cycling.de\/?page_id=1233"},"modified":"2026-05-09T12:04:35","modified_gmt":"2026-05-09T12:04:35","slug":"eilat-und-das-rote-meer","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/beyond-cycling.de\/en\/eilat-und-das-rote-meer\/","title":{"rendered":"Eilat und das Rote Meer"},"content":{"rendered":"<h2 class=\"wp-block-heading\">Fische, Fallschirmsprung und N\u00e4chte am Strand<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Flughafen statt Fu\u00dfg\u00e4ngerzone<\/h3>\n\n\n\n<p>Nach unserem unerwarteten Abendessen in der Pizzeria machten wir uns auf den Weg zum nicht weit entfernten Strand, um uns endlich eine kurze Abk\u00fchlung im Roten Meer zu g\u00f6nnen. Schon auf dem Weg dorthin mussten wir feststellen, dass sich die unglaublichen Geschichten, die Israelis \u00fcber den Flughafen in Eilat erz\u00e4hlten, tats\u00e4chlich bewahrheiteten. Der Flughafen lag genau dort, wo man in anderen St\u00e4dten eher eine Fu\u00dfg\u00e4ngerzone oder ein Einkaufsviertel erwartet h\u00e4tte. Mitten im Stadtzentrum trennte er die Wohnstadt von der Hotelzone, als h\u00e4tte jemand eine Start- und Landebahn versehentlich in die Mitte des Ortes gelegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch w\u00e4hrend wir unserem Erstaunen \u00fcber diesen absurden Stadtaufbau Ausdruck verliehen, standen wir bereits am wei\u00dfen Sandstrand, mitten in der Stadt. Hinter uns befanden sich nicht nur der Flughafen, sondern auch zahlreiche Hotels, Restaurants und Stra\u00dfen. Vor uns lag das ausgesprochen klare Wasser des Roten Meeres, und in diesem Moment konnte uns wirklich nichts mehr von einer Erfrischung abhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Eilat war ein unglaublicher Ort, das wurde Lea und mir sp\u00e4testens bewusst, als wir im Wasser standen und auf das offene Meer blickten. Links von uns lag die jordanische Grenze, nur wenige Gehminuten von unserem Strandplatz entfernt. Rechts sah man zun\u00e4chst ein markantes Milit\u00e4rgeb\u00e4ude der israelischen Marine, und einige Kilometer weiter dahinter war bereits der \u00e4gyptische K\u00fcstenort Taba zu erkennen. Es erschien uns fast unwirklich, hier so friedlich im Wasser zu treiben und dem Meeresrauschen zu lauschen, w\u00e4hrend um uns herum die Grenzen mehrerer L\u00e4nder lagen, deren Geschichte alles andere als friedlich war.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus unseren Gedanken wurden wir schlagartig gerissen, als pl\u00f6tzlich eine gro\u00dfe Passagiermaschine unmittelbar \u00fcber unsere K\u00f6pfe hinwegflog, um keine f\u00fcnfhundert Meter entfernt zu landen. Einen ann\u00e4hernd so skurrilen Ort hatte ich bis dahin noch nie gesehen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Schlafen an der \u00e4gyptischen Grenze<\/h3>\n\n\n\n<p>Als die Sonne merklich tiefer stand, entschieden wir uns, in Richtung der \u00e4gyptischen Grenze zu fahren. Dort gab es Riffe direkt am Strand, und au\u00dferdem war es erlaubt, am Meer zu \u00fcbernachten. Ohne Probleme wurden wir beim Trampen mitgenommen und standen kurze Zeit sp\u00e4ter direkt am israelisch-\u00e4gyptischen Grenz\u00fcbergang.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor Sonnenuntergang sprangen wir noch einmal mit unseren Taucherbrillen vom Steg ins fischreiche Wasser. Es war ein spektakul\u00e4rer Anblick, all diese Meerestiere in unterschiedlichsten Farben und Gr\u00f6\u00dfen zu beobachten. Manche Fische kamen ganz nah an uns heran, vermieden es aber konsequent, uns zu ber\u00fchren. Andere bewegten sich nur in gro\u00dfen Schw\u00e4rmen, als w\u00e4ren sie alle unsichtbar miteinander verbunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Als wir wieder aus dem Wasser kamen, war es bereits fast dunkel. Der Steg geh\u00f6rte beinahe uns allein, nur eine franz\u00f6sisch sprechende Familie aus Israel war noch dort. W\u00e4hrend wir \u00fcberlegten, wo genau wir am Strand schlafen wollten, schenkte uns die Mutter der Familie eine T\u00fcte voller klebriger Bonbons und Sonnenblumenkerne. Bevor sie ging, gab sie mir au\u00dferdem ihre Telefonnummer, damit wir sie im Notfall um Hilfe bitten k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Das war wieder eine dieser Begegnungen, die ich an Israel so zu sch\u00e4tzen gelernt hatte. Gerade auf dieser Reise hatte ich immer wieder das Gef\u00fchl, dass viele Menschen hier mit offenen Augen durch die Welt gingen und bereit waren, anderen ganz selbstverst\u00e4ndlich zu helfen. Vielleicht hatte dieses Land durch all seine Krisen ein besonders tief verwurzeltes Gef\u00fchl von Gemeinschaft und gegenseitiger Unterst\u00fctzung entwickelt.<\/p>\n\n\n\n<p>Begeistert vom klaren Sternenhimmel entschieden Lea und ich, in dieser Nacht nicht einmal das Zelt aufzuschlagen, sondern unsere Isomatten einfach unter freiem Himmel auszurollen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Als wir aus allen Wolken fielen<\/h3>\n\n\n\n<p>Trotz des grandiosen Ortes war die Nacht k\u00fcrzer und unerholsamer, als sie h\u00e4tte sein sollen. Wegen der sonst dr\u00fcckenden Hitze hatten wir keine richtigen Schlafs\u00e4cke dabei, sondern nur d\u00fcnne Laken. Sobald die Sonne verschwunden war, wurde die Luft schnell k\u00fchl, und ein leichter Wind kam auf. Doch allzu lange mussten wir ohnehin nicht frieren, denn kurz nach vier Uhr klingelte bereits der Wecker.<\/p>\n\n\n\n<p>M\u00fcde und zitternd packten wir unsere Sachen zusammen. Ob wir vor K\u00e4lte oder vor Aufregung zitterten, konnte ich nicht mit letzter Gewissheit sagen. Von unserem Nachtplatz an der \u00e4gyptischen Grenze machten wir uns zu Fu\u00df auf den Weg zum Flughafen, wo ich f\u00fcr Lea eine \u00dcberraschung organisiert hatte. Die Strecke hatten wir allerdings untersch\u00e4tzt, und zu dieser fr\u00fchen Stunde war kaum Verkehr unterwegs. Eine Aufstehzeit von 3.15 Uhr w\u00e4re vermutlich kl\u00fcger gewesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann hatten wir doch noch Gl\u00fcck. Ein Taxifahrer hielt neben uns an und bot an, uns kostenlos ins Stadtzentrum mitzunehmen, da er gerade seine Schicht beendet hatte und ohnehin dorthin musste. Die kostenlose Fahrt in einem offiziellen Taxi kam uns wie ein Segen vor. Kurz darauf standen wir \u00fcberp\u00fcnktlich vor dem noch geschlossenen Flughafen.<\/p>\n\n\n\n<p>In einem nahe gelegenen Kaufhaus hoben wir noch Geld ab und gingen ein letztes Mal auf die Toilette, w\u00e4hrend die Aufregung und Neugier langsam Besitz von uns ergriffen. Fallschirmspringen lautete das Projekt des Tages, und damit sollte ein weiterer Punkt auf meiner immer l\u00e4nger werdenden Liste abgehakt werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">In der multimorbiden Maschine<\/h3>\n\n\n\n<p>Am Flughafen wurden wir von einem freundlichen, adrett l\u00e4chelnden Amerikaner empfangen, der uns beim Hereinkommen sofort als seine Kunden erkannte und uns die schweren Rucks\u00e4cke abnahm. Nur mit unseren Reisep\u00e4ssen ausgestattet mussten wir uns noch der israelischen Sicherheitskontrolle unterziehen. Erst hie\u00df es, die Kontrolle w\u00fcrde wegen meines \u00c4gyptenvisums etwas l\u00e4nger dauern, doch als wir erkl\u00e4rten, dass wir zum Fallschirmspringen hier seien, war die Befragung quasi beendet.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann wurden wir auf das Rollfeld gef\u00fchrt, wo ein weiterer Amerikaner kam und uns die schweren Gurte anlegte, mit denen wir sp\u00e4ter an unseren Tandempartnern und am Fallschirm h\u00e4ngen w\u00fcrden. Etwas fraglich bis nerv\u00f6s standen wir herum und spekulierten dar\u00fcber, aus welcher Maschine wir wohl springen w\u00fcrden. Nicht weit entfernt stand ein kleines Flugzeug, um das mehrere Leute diskutierend herumstanden und offenbar versuchten, irgendeine Reparatur vorzunehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Kurz darauf erfuhren wir, dass unsere Maschine vom gleichen Typ sei und nur ein paar Meter weiter stand. Noch auf dem Weg dorthin fragte ich mich, ob es beruhigend war, dass Defekte immerhin erkannt und behoben wurden, oder ob es eher beunruhigend war, dass diese Flieger \u00fcberhaupt so klapprig wirkten. Das Flugzeug, in das wir schlie\u00dflich einstiegen, sah jedenfalls genauso multimorbide und marode aus wie das andere.<\/p>\n\n\n\n<p>Vorne sa\u00df der Pilot in einem winzigen Cockpit. Wir zw\u00e4ngten uns mit unseren Tandempartnern in den kleinen Hinterraum, der mich von Gr\u00f6\u00dfe und Aussehen an die Ladefl\u00e4che eines alten VW erinnerte. Dann wurde der unglaublich laute Motor gestartet. Das Ger\u00e4usch klang f\u00fcr mich wie ein Betonmischer, den jemand mit Kieselsteinen gef\u00fcllt hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Lea sa\u00df am Fenster, ich an der T\u00fcr, die w\u00e4hrend des Anrollens noch offenstand. Kurz vor dem Abheben wurde sie dann doch noch zugezogen, der L\u00e4rm blieb derselbe. Eng aneinandergepfercht sa\u00dfen wir in dem kleinen Flugzeugraum und sahen zu, wie Eilat unter uns immer kleiner wurde. Unter uns lag das tiefblaue Meer, kleine Boote waren deutlich zu erkennen, daneben die Hotels, die W\u00fcste und die Grenzen nach Jordanien, \u00c4gypten, zum Sinai und bis nach Saudi-Arabien. Das Land war klar und deutlich sichtbar, aber ein Gef\u00fchl f\u00fcr die H\u00f6he hatten wir dort oben l\u00e4ngst verloren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Freier Fall \u00fcber Eilat<\/h3>\n\n\n\n<p>Nach einer gef\u00fchlten Ewigkeit hatten wir endlich die 3000-Meter-Marke erreicht. Mein Tandempartner zog meinen Gurt so fest, dass ich mich kaum noch bewegen konnte. Dann wurde die kleine lukenartige T\u00fcr ge\u00f6ffnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Gemeinsam krabbelten wir zum Ausgang. Ich erhaschte einen kurzen Blick nach unten in die Tiefe, und im n\u00e4chsten Moment befanden wir uns schon im freien Fall.<\/p>\n\n\n\n<p>Die k\u00fchle Luft schlug mir entgegen und lie\u00df mich erst begreifen, wie hoch wir waren. Ich hatte mir den Absprung immer wie eine Achterbahnfahrt vorgestellt, als w\u00fcrde man wild hin und her geschleudert, ohne Kontrolle. Aber es war ganz anders. Es f\u00fchlte sich an, als w\u00fcrde man auf einem Luftkissen liegen. Sicher, faszinierend und vollkommen unwirklich.<\/p>\n\n\n\n<p>Es war unvorstellbar, dass man mit 200 Kilometern pro Stunde einfach dahinsegeln konnte. Die drei\u00dfig Sekunden im freien Fall vergingen wie im Flug. Dann ruckte es pl\u00f6tzlich, und ich wurde von der kopfabw\u00e4rts gerichteten Position in die Senkrechte gerissen. Mit immer noch beachtlicher Geschwindigkeit kreisten wir \u00fcber dem Meer. Ich konnte kaum realisieren, was gerade geschah.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch bevor ich langsam den Boden n\u00e4herkommen sah, war ich \u00fcberzeugt, dass dies nicht mein letzter Sprung aus einem Flugzeug bleiben w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir landeten sanft sitzend auf dem sandigen Boden und wurden von einem bereitstehenden Jeep zur\u00fcck zum Flughafen gebracht. Dort holten wir unser Gep\u00e4ck ab und bedankten uns noch einmal herzlich f\u00fcr dieses unvergessliche Erlebnis.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wodka statt Fr\u00fchst\u00fcck<\/h3>\n\n\n\n<p>V\u00f6llig perplex \u00fcber den Sprung liefen wir anschlie\u00dfend zum Stadtstrand, um uns kurz zu erfrischen und \u00fcber den weiteren Tagesverlauf zu entscheiden. Es war noch nicht einmal acht Uhr, trotzdem waren erstaunlich viele Menschen am Strand. Ich sprang mit meiner Kleidung geradeaus ins Wasser, w\u00e4hrend Lea noch nach ihrem Bikini kramte.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir blieben lange im erfrischenden, aber keineswegs kalten Wasser und tauschten unsere Eindr\u00fccke aus. Lea erz\u00e4hlte, sie sei vor der Landung mit ge\u00f6ffnetem Schirm noch ein St\u00fcck in den jordanischen Luftraum getrudelt. Mich \u00fcberraschte sehr, dass das offenbar einfach so m\u00f6glich war, ohne abgeschossen zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Als wir wieder aus dem Wasser kamen, stand ich in meiner nassen Kleidung am Strand, was bei diesen Temperaturen f\u00fcr mich kein Problem war. Der Mann auf der Liege neben uns sah das anders und bot mir ein wei\u00dfes Handtuch an, das ziemlich eindeutig aus einem Hotel stammte. Wir kamen ins Gespr\u00e4ch, und er erz\u00e4hlte uns, dass er Trompete in der Band von Omer Adam spielte und an diesem Abend in Eilat auftreten w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann fragte er, ob wir etwas trinken wollten. Dankbar nickten wir, denn wir hatten noch nicht gefr\u00fchst\u00fcckt und erinnerten uns an den Rat unseres Tandemguides, nach all der Aufregung etwas Zuckerhaltiges zu uns zu nehmen. Der Trompetenspieler meinte allerdings etwas anderes. Zu unserem Entsetzen zog er eine volle Wodkaflasche aus seiner Tasche und schenkte uns jeweils einen Plastikbecher ein, bevor wir es verhindern konnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Vorsichtig nippte ich daran. Es brannte auf den Lippen. Offenbar sah man mir meinen Widerwillen an, denn er reichte uns noch einen Energydrink zum Mischen. Um die Sache m\u00f6glichst schnell zu beenden, ohne das Gesicht zu verlieren, kippte ich das Gemisch z\u00fcgig herunter. Lea dr\u00fcckte mir mit sehr eindringlichem Blick ihren Becher in die Hand, mit der eindeutigen Botschaft, dass ich ihn bitte f\u00fcr sie trinken sollte.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich nahm noch einen Schluck, bereute es aber sofort, denn der Musiker deutete das als Zeichen, uns noch mehr einzuschenken. F\u00fcr Lea und mich war es unbegreiflich, f\u00fcr ihn offenbar v\u00f6llig normal, um diese Uhrzeit Wodka am Strand zu trinken.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit die Begegnung nicht in einer Katastrophe endete, erkl\u00e4rten wir unsere Lage. Als er h\u00f6rte, dass wir noch nichts gegessen hatten, bestellte er uns eine gro\u00dfe israelische Humusplatte an den Strand und zahlte sogar den Aufpreis, damit wir eine der Liegen benutzen durften. Hastig und dankbar a\u00dfen wir frisches Brot, Falafel, So\u00dfen und Salate. Nachdem wir fertig waren, bot er an, noch mehr Essen zu beschaffen, und kommentierte meine Essweise als sehr israelisch. Ich nahm das als Kompliment.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Delfine am Schnorchelstrand<\/h3>\n\n\n\n<p>Sp\u00e4ter trampten wir weiter zu einem Schnorchelstrand, schlie\u00dflich war das der eigentliche Grund, weshalb wir nach Eilat gekommen waren. Nach einer kurzen Schnorcheltour lagen wir nur noch schl\u00e4frig am Strand. Ob das fr\u00fche Aufstehen, der Fallschirmsprung oder der Wodka vor dem Fr\u00fchst\u00fcck daf\u00fcr verantwortlich waren, lie\u00df sich nicht eindeutig feststellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Pl\u00f6tzlich wurden wir aus unserem Halbschlaf gerissen, als eine kleine Gruppe freilebender Delfine in der Bucht auftauchte. Damit hatten wir beide nicht gerechnet. F\u00fcr einen Moment lagen sie ganz ruhig im Wasser, bewegten sich durch die Schnorchelbucht und wirkten dabei beinahe unwirklich friedlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Einige Badeg\u00e4ste schwammen sofort zu ihnen hinaus, wodurch die Tiere schnell vertrieben wurden. Ich h\u00e4tte sie gerne noch viel l\u00e4nger beobachtet.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">N\u00e4chte am Roten Meer<\/h3>\n\n\n\n<p>Auch die zweite Nacht in Eilat verbrachten wir am Strand, diesmal allerdings im Zelt. Wieder beschlossen wir, fr\u00fch aufzustehen, um den Sonnenaufgang zu sehen und im ersten Licht schnorcheln zu gehen. Einer Mitfahrbekanntschaft zufolge sei dies die beste Uhrzeit, um die vielen Meerestiere zu beobachten. Dieser Tipp erwies sich als richtig.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Morgen sahen wir winzige Fischschw\u00e4rme und einzelne Tiere, die \u00fcber einen Meter lang und recht breit gebaut waren. Wir konnten beobachten, wie Fische auf Nahrungssuche waren, und h\u00f6rten sogar das Abbei\u00dfen mancher Tiere von den Korallen. Ein kleiner t\u00fcrkis-gr\u00fcner Fisch wurde direkt vor meinen Augen von einem nur geringf\u00fcgig gr\u00f6\u00dferen Fisch in einem einzigen Bissen verschlungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Leider waren auch hier viele Korallen am Absterben und mehr grau-braun als farbenfroh. Trotzdem war das fr\u00fche Schnorcheln im klaren Wasser des Roten Meeres einer dieser Momente, die sich tief in die Erinnerung einbrennen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">R\u00fcckfahrt mit Bob Marley<\/h3>\n\n\n\n<p>Nach unserem morgendlichen Tauchausflug entschieden wir uns, zur\u00fcck Richtung Jerusalem zu trampen. Es war Schabbat, daher rechneten wir mit weniger Verkehr, doch zu unserer Freude wurden wir recht schnell mitgenommen.<\/p>\n\n\n\n<p>In einem Auto lief laut Bob Marley, w\u00e4hrend ich mich durchgehend mit dem Fahrer unterhielt. Er hie\u00df Noam, war j\u00fcdisch, aber nicht besonders religi\u00f6s, und erz\u00e4hlte von seinen S\u00f6hnen, die gerade ihren dreij\u00e4hrigen Milit\u00e4rdienst leisteten. Er bef\u00fcrwortete diese Zeit, einerseits f\u00fcr die pers\u00f6nliche Entwicklung junger Menschen, andererseits f\u00fcr die Existenz des j\u00fcdischen Staates.<\/p>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig wirkte es auf mich paradox, wie abwertend er zwischendurch \u00fcber die arabische Bev\u00f6lkerung sprach, w\u00e4hrend er selbst gerade aus einem \u00e4gyptischen Casino zur\u00fcckkam, wo er seine freien Tage verbracht hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Lea schlief w\u00e4hrenddessen tief und fest auf der R\u00fcckbank. Noam bemerkte am\u00fcsiert, wie viel Vertrauen sie offenbar in die Situation und den Fahrer habe, wenn sie sofort in einem fremden Auto einschlafen k\u00f6nne. Ich erkl\u00e4rte ihm, dass dies weder an Vertrauen noch an besonderer Entspanntheit liege. Erstens sei ich die Reiseleitung und damit f\u00fcr das Aufpassen zust\u00e4ndig, und zweitens sei Lea einfach so m\u00fcde, dass Einschlafen oder Wachbleiben l\u00e4ngst nicht mehr in ihrer Kontrolle lag.<\/p>\n\n\n\n<p>Das am\u00fcsierte ihn, und er bot uns zwei Dosen Energydrink an, die bei ihm \u00fcberall im Fu\u00dfraum herumflogen. Ich konnte schon damals nicht nachvollziehen, weshalb so viele Menschen dieses ekelhafte Ges\u00f6ff aus Aromen, Koffein, Zucker und Farbstoffen literweise in sich hineinkippen konnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach zwei Stunden mussten wir wieder aussteigen. W\u00e4hrend ich noch quietschfidel war, war Lea nur noch ein H\u00e4uflein Elend. Ich hoffte innigst, dass bald wieder ein Auto f\u00fcr uns halten w\u00fcrde, um einen Hitzekollaps zu vermeiden. Wir hatten Gl\u00fcck und waren gegen Mittag wieder auf H\u00f6he von Jerusalem. Da wir offenbar noch nicht genug erlebt hatten, beschlossen wir, den Tag direkt weiter zu nutzen und noch einen Abstecher nach Jericho zu machen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fische, Fallschirmsprung und N\u00e4chte am Strand Flughafen statt Fu\u00dfg\u00e4ngerzone Nach unserem unerwarteten Abendessen in der Pizzeria machten wir uns auf den Weg zum nicht weit entfernten Strand, um uns endlich eine kurze Abk\u00fchlung im Roten Meer zu g\u00f6nnen. 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